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Bronze für den Tod aus Deutschland

Deutschland belegt den dritten Platz der weltweiten Rüstungsexporteure. Diese Bilanz zog das Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri in seinem aktuellen Jahresbericht. In den vergangenen fünf Jahren stiegen den Angaben zufolge die deutschen Rüstungsexporte um 70 Prozent, während der weltweite Waffenhandel „nur“ um 21 Prozent zunahm. Angeführt wird die Riege der großen Waffenhändler von den USA und Russland. Auf Platz vier liegt Frankreich, gefolgt von Großbritannien, den Niederlanden, Italien, Spanien und Schweden. Die Industrie Europas verdient demnach ganz vorne mit am weltweiten Geschäft mit dem Tod.

So hatte allein die deutsche Panzerschmiede Rheinmetall – vor allem durch Bestellungen des Schützenpanzers „Puma“ – 2009 einen Auftragseingang im Rekordwert von 3,1 Milliarden Euro verbucht, eine Steigerung um 83 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Aus Deutschland werden vor allem Panzer und U-Boote in alle Welt verschickt. Auch kleine und leichte Waffen wurden in großem Umfang exportiert, so berichtet die „Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung“ (GKKE) der beiden großen Kirchen in Deutschland. Made in Germany waren allein 20.105 Sturmgewehre und 12.300 Maschinenpistolen. Die GKKE kritisiert vor allem, dass deutsche Waffenexporte weiterhin in Krisen- und Konfliktregionen erfolgen, etwa in den Nahen und Mittleren Osten, Süd- und Südostasien und Südamerika. Der weltweite „Krieg gegen den Terror“, so die GKKE in ihrem jüngsten Bericht, brachte den deutschen Rüstungsherstellern neue Exportgeschäfte ein. Kritisiert wird von den Kirchen erneut, dass Deutschland auch Waffen an Länder liefert, die – wie Pakistan, Ägypten oder Afghanistan – zu den Entwicklungsländern zählen. www.gkke.org


Medienprojekt sucht Teilnehmer

Das Medienprojekt Wuppertal plant noch in diesem Jahr einen Film, in dem Angehörige psychisch Kranker im Mittelpunkt stehen. Es soll gleichermaßen um Eltern psychisch kranker Kinder, als auch um Kinder kranker Eltern gehen.

Betroffene, die bei dem Projekt mitwirken möchten, können sich melden beim Medienprojekt Wuppertal, Telefon 020-5632647.


Nummer gegen Kummer

Opfer von Cybermobbing oder auch von Datenklau im Internet können sich jetzt an ein kostenfreies anonymes Beratertelefon wenden: Fachkundige Mitarbeiter der Dachorganisation „Nummer gegen Kummer“ stehen jetzt speziell für Online-Probleme zur Verfügung. Der Kontakt kann per Telefon erfolgen (0800-1110333 und -116111) oder über das Internet:
www.nummergegenkummer.de


Bundeswehr kooperiert mit Arbeitsagentur

Werbung für die Bundeswehr in Jobcentern und Berufsinformationszentren gibt es schon lange. Jetzt aber wurde eine spezielle Vereinbarung zwischen dem Militär und der Arbeitsagentur geschlossen, mit dem ausdrücklichen Ziel, Personal für die Bundeswehr zu gewinnen. Das berichtete die Bundeswehr-Zeitschrift „aktuell“. Unterzeichnet haben den Vertrag für die Bundeswehr Generalmajor Wolfgang Born und für die Arbeitsagentur deren Vorstandsvorsitzender Frank-Jürgen Weise, seines Zeichens Oberst der Reserve.


Zukunft ohne Atomwaffen

„Den Worten müssen Taten folgen“, fordert ein breites Bündnis von mehr als 50 Organisationen der deutschen Zivilgesellschaft in einem Appell mit dem Titel „Für eine Zukunft ohne Atomwaffen“. Zu diesem Ziel habe sich US-Präsident Barak Obama in Prag bekannt, jetzt bestehe die einmalige Chance, die Atomwaffenstaaten zu konkreten Abrüstungsschritten zu verpflichten. Die Bundesregierung wird aufgefordert, den Abzug der letzten US-Atomwaffen aus Deutschland zu bewirken. Im Mai 2010 trifft sich in New York die internationale Staatengemeinschaft zur Überprüfungskonferenz des Atomwaffensperrvertrages. Dort müssten  konkrete Maßnahmen zur Reduzierung der Massenvernichtungswaffen festgelegt werden, heißt es in dem Appell. Zu den Erstunterzeichnern gehören Persönlichkeiten wie Professor Horst Eberhard Richter von den „Internationalen Ärzten gegen den Atomkrieg“, der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske, der katholische Bischof Heinz Josef Algermissen, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche in Deutschland, Pastor Renke Brahms und der Schriftsteller Günter Grass.
Nachdem die Forderung des Atomwaffenabzugs im vergangenen Jahr auch im Koalitionsvertrag verankert wurde, soll jetzt breiter öffentlicher Druck die Bundesregierung zum Handeln zwingen. Dazu werden Unterschriftensammlungen sowie Fax- und Briefaktionen vorgeschlagen, an denen sich jeder beteiligen kann. Weitere Infos: www.atomwaffenfrei.de


Vernachlässigte Themen 2009

Seit 1997 wählt eine Jury aus Journalisten und Wissenschaftlern zehn Themen, die trotz Brisanz und gesellschaftlicher Bedeutung nicht oder nur marginal in der Medienöffentlichkeit erschienen sind. Die „Initiative Nachrichtenaufklärung“ an der Uni Bremen, die die  Wahl bekannt gibt, will die genannten Themen stärker in die öffentliche Diskussion bringen. Für 2009 gab es insgesamt 120 Themenvorschläge. Die wichtigsten, die zu Unrecht vernachlässigt wurden, sind demnach:

  1. Notstand im Krankenhaus: Pflegebedürftige allein gelassen
  2. Psychiatrie: Bundesregierung biegt UN-Konvention zurecht.
  3. Kriegsberichterstattung lenkt von zivilen Friedensstrategien ab.

Die ausführliche Darstellung der Top Ten der vernachlässigten Themen ist zu finden unter
www.nachrichtenaufklaerung.de.


2. Ökumenischer Kirchentag in München

Vom 12. bis 16 Mai findet in München der 2. Ökumenische Kirchentag statt. Interessierte können sich jetzt anmelden. Zivildienstleistende können für die Teilnahme am Kirchentag Sonderurlaub beantragen (bis zu drei Arbeitstage). Der Antrag ist an die Dienststelle zu richten und die soll dem Antrag stattgeben, „wenn keine dienstlichen Gründe entgegenstehen“. (Leitfaden E5, Nr.2.2.10) Die ermäßigte Dauerkarte für Zivis kostet 54 Euro.

Anmeldung: online unter www.oekt.de/anmelden oder telefonisch unter der Nummer 089/559997-337.


Das Zitat

„Deutschlands Freiheit wird in Wahrheit nicht am Hindukusch verteidigt, sondern in Theatern, Konzertsälen, Museen, Buchläden und Schulen – dort wird unsere Freiheit in Wirklichkeit konstituiert und verteidigt.“

Der frühere Kulturstaatsminister und heutige Chef der Zeitschrift Cicero, Michael Naumann, der vor weiteren Kürzungen der Kulturausgaben warnte. Naumann beklagte auch, dass Kulturausgaben als „Subventionen“ bezeichnet werden und nicht als wichtige Staatsausgaben.  „Kein Mensch sagt, die Bundeswehr wird subventioniert, aber die Kultur wird angeblich subventioniert.“