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Berufe
„Outbreak“ nannte die Berufsfeuerwehr Essen diese Übung, bei der die Massenimpfung im Falle einer Pandemie geprobt wurde.

»Rescue Engineering« – Rettung kann man studieren

In neuen Studienfächern werden Experten für Hilfseinsätze im In- und Ausland ausgebildet


Laura Lorenz bei ihrem Praxiseinsatz im Tschad

Von Werner Schulz
Laura Lorenz hat den Kopf noch voller Eindrücke. Vor kurzem erst kam sie aus einer anderen Welt zurück nach Deutschland. In einem Flüchtlingslager in der zentralafrikanischen Republik Tschad hatte Laura ihr Praxissemester absolviert. Für die Hilfsorganisation „Help e.V.“ arbeitete die 23-jährige Studentin dort sechs Monate lang mit bei der Gesundheits- und Hygienelehre der Flüchtlinge, die aus der Region Darfur des Nachbarstaats Sudan geflohen sind. „Public-Health-Promotion“ nennen das die Fachleute.
Laura Lorenz wird bald eine von ihnen sein. Die Oberpfälzerin studiert das Fach „Rettungsingenieurwesen“ an der Fachhochschule in Köln. Sie ist jetzt im sechsten Semester, nach sieben Semestern und einer schriftlichen Arbeit hat sie ihren Bachelor-Abschluss, zusätzliche drei Semester dauert der Masterstudiengang. „Typisch ist für unsere FH ein Praxissemester in der Entwicklungsarbeit nicht unbedingt“, meint die Studentin. Aber typisch ist für eine Frau im Grunde das ganze Studium nicht: Unter den 80 Studienanfängern pro Jahr sind maximal zehn Prozent weiblich.
Die meisten, die sich für den relativ neuen Beruf des Rettungsingenieurs interessieren, bringen einschlägige Erfahrung mit, etwa als Rettungsassistent oder Feuerwehrmann. Formale Zulassungsvoraussetzungen sind Fachhochschulreife und mindestens drei Monate praktische Erfahrung im Bereich Rettungswesen oder Gefahrenabwehr. Laura Lorenz musste sich die Praxis durch ein Vorpraktikum aneignen. Beim Katastrophenschutz Nürnberg erarbeitete sie einen Notfallplan für den Fall einer Pandemie.

Breites Einsatzfeld

An der FH in Köln wird der Studiengang „Rescue Engineering“ seit dem Wintersemester 2002/03 angeboten.
Seit 2006 gibt es einen ähnlichen Studiengang an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HAW, in Hamburg. Zu den Studieninhalten gehören Fächer wie Strahlenschutz, Epidemiologie, Kommunikationstechnik, aber auch Mathematik, Chemie oder Physik.
Laura schätzt gerade den Abwechslungsreichtum des Studiengangs. Ausgebildete Rettungsingenieure finden ein breites Spektrum an Einsatzgebieten und möglichen Arbeitgebern vor. Das reicht vom gehobenen Dienst in kommunalen Behörden über Institutionen des Gesundheitswesens bis zu nationalen und internationalen Hilfsorganisationen.

Krisenmanagement und humanitäre Hilfe

Großbrände, Flugzeugabstürze oder Überflutungen sind zwar seltene Ereignisse, aber wenn sie geschehen, muss die Gesellschaft darauf vorbereitet sein. Gerade Krisensituationen brauchen professionelles Management. Letzteres gehört unter anderem zu den Ausbildungszielen des Studienganges „Sicherheit und Gefahrenabwehr“ an der Uni Magdeburg. Auch hier gelten Fachhochschulreife und Berufspraxis oder Praktikum als Voraussetzungen. Berufliche Einsatzfelder sind Feuerwehr, Polizei oder auch Tätigkeiten als Sachverständige bei Versicherungen. Neben dem grundständigen Studium gibt es im Bereich der Not- und Katastrophenhilfe eine ganze Reihe von Zusatzstudiengängen. Ein dreisemestriges Aufbaustudium im Bereich „Humanitäre Hilfe“ wird beispielsweise an der Ruhr-Universität in Bochum angeboten. Absolventen des Studienganges „Humanitarian Assistance“ arbeiten anschließend als juristische Berater, Mediziner, Programm- und Projektmanager bei der EU oder der UNO, sowie bei internationalen staatlichen und nichtstaatlichen Organisationen. Zu den Studieninhalten gehören zum einen interdisziplinäre Vorlesungen, etwa in Völkerrecht oder Entwicklungsforschung, zum anderen praktische Projektarbeiten und auch eine Nothilfe-Simulation. Zielgruppe sind Akademiker, sowie Praktiker mit akademischer Vorbildung, die ein interdisziplinäres Fachwissen erwerben möchten. Im benachbarten Österreich kann man an der Fachhochschule Kufstein den Masterstudiengang „European NGO Management“ belegen. Dort werden Mitglieder von sogenannten Nichtregierungsorganisationen in Wirtschafts- und Managementbereichen ausgebildet. Es gibt Spezialisierungen, zum Beispiel in Richtung Rettungsdienst oder Katastrophenschutz. Der Umgang mit Katastrophen ist ein Themenbereich, der auch Laura interessiert. Sie überlegt, ob sie dazu Ihre Bachelorarbeit schreiben soll: „Akut- und Nothilfepläne für internationale Katastrophen“, könnte der Titel lauten. Sicher ist sie noch nicht, vielleicht heißt die Überschrift auch: „Der „neue“ Terrorismus als Anforderung an die nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr“. Die Themenpalette für Rettungsingenieure ist vielfältig, sagt Laura, so vielfältig wie die möglichen Bedrohungen für uns Menschen.
www.rettungsstudium.de/rettungsingenieurwesen-bachelor.php
www.fachhochschule.de/FH/Studium/Rettungsingenieurwesen_(Rescue_Engineering)_1298.htm

Aus einfachen Verhältnissen

„ArbeiterKind.de“ heißt ein Internetportal für alle Schüler und Studierenden, die als erste in ihrer Familie einen Studienabschluss anstreben. Die gemeinnützige Organisation bietet kostenfrei Hilfestellung bei allen Fragen, die auftreten, wenn man selber aus einfachen Verhältnissen stammt und dennoch den Weg eines Studiums gehen will. Ein Mentorenprogramm bietet in 70 Ortsgruppen ganz praktische Hilfe, ein Netzwerk verbindet Interessierte online. Wie finanziert man das Studium? Wie lernt man, wissenschaftlich zu arbeiten? Was bringt ein Auslandsstudium? Das sind nur einige der Fragen, die das Portal ausführlich thematisiert. www.ArbeiterKind.de


»ran-ans-leben«

Wissenswertes zu sozialen Berufen und sozialen Studienzielen findet sich auf der neuen Website der Diakonie Württemberg. Dort wird eine ganze Reihe von Studiengängen vorgestellt, etwa „Internationale Soziale Arbeit“ oder „Sozialwirt“. Auch über Ausbildungsplätze kann man sich wichtige Infos abholen. Und last but not least finden Interessierte an Zivil- und Freiwilligendiensten alles Wichtige, und zwar unter www.ran-ans-leben-diakonie.de.


Neuer Studiengang »Nonprofit-Management«

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin bietet das neue Studienfach „Nonprofit-Management and Public Governance“ an. Der praxisorientierte Masterstudiengang vermittelt fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse, die den Besonderheiten von Nonprofit-Organisationen Rechnung tragen. Er stellt vielfältige Bezüge zu den Politik-, Rechts- und Sozialwissenschaften her. Die Themen reichen von der Gründung einer gemeinnützigen Einrichtung über Fundraising oder den Umgang mit Freiwilligen bis hin zur Evaluation von Projekten und zu Aktivitäten in internationalen Netzwerken. Der Studiengang wird als Vollzeitprogramm angeboten.
Weiter Informationen unter www.fhvr-berlin.de.


Zeichnungen von Straßenkindern aus Odessa/Ukraine

Masterstudiengang »Straßenpädagogik«

Seit 2007 gibt es unter Federführung der Pädagogischen Hochschule Heidelberg den interdisziplinären Masterstudiengang „Pädagogik für Kinder und Jugendliche der Straße“. Bei diesem Aufbaustudium geht es ganz speziell um die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen, insbesondere um „Straßenkinder“ in den Großstädten der armen Länder. Für diese Kinder und Jugendlichen sollen pädagogische Experten qualifiziert werden, die zum Masterstudium bereits pädagogische Vorbildung durch Studium oder soziale Arbeit mitbringen.
Nähere Infos unter www.patio13.com.


Studieren und Leben in Europa

EFORS.eu ist ein mehrsprachiges Onlineportal zum Studieren und Leben in Europa. Die Website bietet in den Sprachen Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch die wichtigsten Informationen und Nachrichten zum Studieren oder auch zum Reisen. Ziel von EFORS.eu ist es, den Wissens- und Meinungstransfer zu fördern und der Mobilität junger Menschen in Europa zu dienen. Das Portal baut auf den drei Säulen Nachrichten, Urbanes Leben und Studium auf.
Im Bereich „Nachrichten“ informiert EFORS.eu mit einer täglichen Presseschau und einem Nachrichtenticker aus über 1.000 News-Feeds darüber, was in der europäischen Bildungs- und Hochschullandschaft passiert. Zusätzlich dient es als Sprachrohr junger Europäer, indem es studentische und unabhängige Medien in Europa vernetzt und Nachwuchsjournalisten eine Plattform zur Veröffentlichung bietet.
Unter „Studium“ werden neun europäische Länder mit über 1.400 Hochschulen in vier Sprachen unter den Aspekten Studium, Finanzierung und Organisation beleuchtet. Um die Mobilität innerhalb der EU zu fördern, stellt EFORS.eu unter „Urbanes Leben“ europäische Hochschulstädte vor und informiert über ihre Bildungseinrichtungen sowie die Freizeit- und Kulturszene.
EFORS.eu ist immer auf der Suche nach weiteren Europabegeisterten. Ob als Autor, Übersetzer oder Campuskorrespondent: es gibt viele Möglichkeiten, an dem Projekt mitzuwirken und die Vernetzung in Europa voranzutreiben. Bei Interesse einfach eine E-Mail schicken an joinus@efors.eu.
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