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zivil-Kunstpreis

zivil-Kunstpreis 2010

Bilder gegen Gewalt

Die besten Arbeiten aus dem diesjährigen Wettbewerb

Eine gehörige Portion Kritik an den Zuständen in dieser Welt legten die diesjährigen zivil-Kunstpreis-Teilnehmer und -Teilnehmerinnen der Jury auf den Tisch: Aus den eingereichten Arbeiten sprach große Betroffenheit und Trauer über die Zerstörung der Lebensgrundlagen und deutlicher Protest gegen die verschiedenen Formen destruktiver Gewalt. Angeprangert wurde auch die Gleichgültigkeit der Massen und deren Arrangement mit der Hilflosigkeit und der Angst.
Einmal im Jahr ruft zivil zusammen mit der Zivildienstschule Bodelshausen die Leserschaft zu einem künstlerischen Wettbewerb auf. 2010 ging der zivil-Kunstpreis bereits in die 11. Runde.
46 Werke wurden in diesem Jahr eingereicht, fast doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. Entsprechend schwierig zeigte sich die Aufgabenstellung für die Jury.
Die Themen des Wettbewerbs entsprachen wie in den Jahren zuvor den Themen der Zeitschrift zivil:
„Vorrang für eine Kultur der Gewaltfreiheit“, „Soziales Lernen und Hilfe für den Nächsten“, „Miteinander in der einen Welt“, „Engagement für die bedrohte Schöpfung“.
Auch in diesem Jahr war die Gewaltkritik vorherrschendes Sujet der Arbeiten. Nicht so sehr die Kriege und die Waffenarsenale standen dabei im Vordergrund, sondern sehr deutlich auch die Anfrage an die Mitverantwortung jedes Einzelnen an den direkten und strukturellen Formen der Gewalt.
Besonders auffallend in diesem Jahr war der häufige Bezug der Künstler auf das Problem des Artensterbens: So wurden mehrfach die bedrohten Tierarten thematisiert – wie etwa die Gorillas – oder drastisch die Abholzung der Urwälder und die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Tiere gebrandmarkt.
Auch der Protest gegen Gewalt an Kindern und gegen den Raub ihrer Zukunftschancen wurde sehr eindrücklich sichtbar.
zivil stellt die besten Arbeiten vor. Alle eingereichten Werke werden in einer Ausstellung zu sehen sein, und zwar vom 6. bis 29. Mai im Kulturzentrum
FORUM in Bodelshausen (feierliche Eröffnung am 6. Mai um 19 Uhr).

Die Jury 2010

(vorne, v. l.) Ingrid Höhle, Kunstlehrerin i. R.; Sabine Engeser, Leiterin des Kulturzentrums FORUM, Bodelshausen; (hinten, v. l.) Werner Schulz, zivil-Chefredakteur; Gert Koch, freischaffender Künstler; Dr. Michael Wild, Leiter der Zivildienstschule Bodelshausen.
zivil dankt den Mitgliedern der Jury für ihre engagierte, ehrenamtliche Mitwirkung.


1. Preis, Simon Nikolaus Knab, Berlin, „Ohne Titel“, Öl auf Leinwand, 100 x 70 cm
2. Preis, Moritz Schmid Memmelsdorf, „Ich weiche nicht“, Tusche und Aquarellfarbe, 18 x 17 cm
3. Preis, Andreas Hofmann ZDL, Coburg, „Vorrang für eine Kultur der Gewaltfreiheit“, Öl auf Leinwand, 60 x 60 cm, „Das Bild stellt eine scheinbar unberührte Natur dar. Helle, freundliche Farben tragen zur optimistischen Grundstimmung bei. Erst auf den zweiten Blick erkennt man den drohend grauen Bunker rechts oben, als Symbol des Krieges, der aber schon fast bis zur Unkenntlichkeit von der Natur, Sinnbild des Lebens, überwuchert wurde.“
4.-10. Preis, Philipp Doppelbauer ZDL, Böblingen, „Zuschauer“ 35 x 50 cm, „Ein paar Menschen schauen nur zu. Die ganze Zeit, sehen alles, greifen niemals ein. Die Welt bleibt allein.“
4.-10. Preis, Nils Glahn ZDL, Berlin, „Engagement für die bedrohte Schöpfung“, Mischtechnik auf Hartfaserplatte, 70 x 110 cm, „Dieses Bild widme ich besonders den Leuten, die durch die Medien oder durch das Geld ihren Blick für wichtige soziale Angelegenheiten verloren haben.“
Sonderpreis für Schüler, Stefanie Rosin 13 Jahre, Familienzentrum Albersbösch, Offenburg, Wasserfarben auf Leinwand, 40 x 50 cm, „Dieses Bild soll das Zusammenleben in z.B. der Familie darstellen, dass alle friedlich zusammen sind.“
4.-10. Preis, Manuel Ahnenmüller ZDL, Hausen, „Röntgenbild“, Öl auf Leinwand, 50 x 60 cm, „Auch der Frieden entsteht in unseren Köpfen.“
4.-10. Preis, Nina Schmitz-Hurtenbach, Neustadt/Wied, „Betrügerische Betäubung“, Tusche auf Papier, 23 x 30 cm, „Wenn das Auge die Realität sieht und das Herz den Schmerz fühlt, handelt der Mensch oft falsch.“
4.-10. Preis, Gabriel Manik Hilpoltstein, „Die Welt, die ihr zerstört, schenkt ihr euren Kindern“, Acryl auf Leinwand, 30 x 42 cm
4.-10. Preis, Artur Czech ZDL, Herten, „Wenn wir nicht friedlich sein können, warum sollte es die Natur sein“, Schablonentechnik, 70 x 50 cm, „Es handelt sich um ein reines Machtspiel mit dem handlichen und immer greifbaren Werkzeug der Gewalt… Die Natur hat auch Bedürfnisse, die es zu verteidigen gilt.“
4.-10. Preis, Enrico Heinz Erfurt, „Die letzten Gorillas“, Öl auf Leinwand, 70 x 50 cm
Sonderpreis für Schüler, Domenik Pracht 12 Jahre, Familienzentrum Albersbösch, Offenburg, Öl auf Leinwand, 30 x 40 cm, „Tiere müssen nicht nur Feinde sein.“