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| Wehrpflicht heute | |
Wehrpflicht heute – Wen trifft sie noch?Die Wehrpflicht ist auch in Deutschland ins Gerede gekommen. Viele westeuropäische Nachbarländer verzichten seit langer Zeit oder seit einigen Jahren darauf, ihre jungen Männer zum Militärdienst zu verpflichten. Nicht so die Bundesrepublik Deutschland, deren Regierung zur Zeit noch an der Wehrpflicht festhält. Die Folge: Auf absehbare Zeit werden jährlich ca. 400.000 junge Männer erfasst, gemustert und mit der Frage konfrontiert, ob sie den von ihnen geforderten Militärdienst, der zum Kriegsdienst werden kann, leisten können oder nicht. Denn Kriegsdienst bedeutet, mit Waffengewalt im Ernstfall Menschen zu verletzen oder gar zu töten. Wer wegen gesundheitlicher Probleme das Musterungsergebnis „nicht wehrdienstfähig“ erhält, das gilt zurzeit für ca. 30 % der Wehrpflichtigen, der braucht keinen Dienst zu leisten. Wer als „wehrdienstfähig“ mit der Tauglichkeitsstufe (Signierziffer) 1 oder 2 gemustert wird, der steht für die Ableistung des Grundwehrdienstes zur Verfügung – es sei denn, er stellt einen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer. Gegenwärtig werden pro Jahr etwa 60.000 Wehrpflichtige zur Ableistung des Grundwehrdienstes in die Bundeswehr einberufen, d.h. nur etwa 15 % der Wehrpflichtigen leisten einen militärischen Grundwehrdienst. Die Zahl der Anträge auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer von ungedienten Wehrpflichtigen beträgt zur Zeit etwa 140.000 pro Jahr, von denen etwa 90.000 (ca. 25 % der Dienstpflichtigen) zur Zivildienstableistung herangezogen werden. Durch zeitliche Verschiebungen, Zurückstellungen wegen Ausbildung etc. und durch andere Möglichkeiten, die Wehrpflicht zu erfüllen, fällt es zur Zeit noch nicht auf, dass viele Wehrdienstfähige gar nicht mehr zu einem Dienst herangezogen werden können. Das Problem der Wehrgerechtigkeit bzw. Dienstgerechtigkeit wird sich in Zukunft verschärfen, wenn die Zahl der Soldaten – wie politisch gewollt – weiter verringert wird. Immer weniger werden dann Militärdienst, immer mehr Zivildienst oder andere Dienste leisten, mit denen die Wehrpflicht erfüllt wird. Rat und Hilfe für die eigene Entscheidung, welcher Dienst bis wann zu leisten ist, geben die kirchlichen Beratungsstellen für Kriegsdienstverweigerer. |
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