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| Flüchtlingskinder | |
»Einblick in das Schicksal von Asylbewerbern«„Zur Hausaufgabenhilfe bin ich über meinen damaligen Klassenlehrer gekommen. Er ist Gemeinderatsmitglied und engagiert sich für die sozial schwächeren Menschen in unserem Ort. Insgesamt drei Jahre habe ich regelmäßig einmal die Woche zwei Stunden mit den Kindern verbracht. Seitdem ich in der 12. Klasse bin, reicht die Zeit leider nicht mehr dafür. Jetzt hat meine Schwester diese Aufgabe übernommen. Hausaufgabenbetreuung heißt an erster Stelle, die Hausaufgaben zu kontrollieren, zusammen mit den Kindern zu lernen und ihnen als Ansprechpartner für Fragen aller Art zur Seite zu stehen. Die Kinder leben alle in Flüchtlingsfamilien, die meistens aus dem ehemaligen Jugoslawien stammen. Einige von ihnen sind schon beinahe zehn Jahre hier, haben deutsche Pässe und einige sind auch hier geboren, aber der Großteil von ihnen hat keine Aufenthaltsgenehmigung und muss somit jederzeit mit einer Abschiebung rechnen. Die Einrichtung gehört zur Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt, die drei Häuser in unserem Ort betreut. Die Kinder sind zwischen sieben und 14 Jahren alt und besuchen meist Grund- und Sonderschule, manche aber auch Haupt- und Realschule. Die meisten von ihnen sind sehr aufgeweckt und kommunikativ, teilweise sind sie aber auch lernunwillig, aggressiv und überaktiv, was sich auch mit ihrer Vergangenheit erklären lässt. Die Hilfe reicht vom Abfragen von Gedichten, über Hilfe bei einem Eintrag in ein Poesiealbum, bis zur Vorbereitung auf anstehende Mathearbeiten oder Diktate. Wenn alles erledigt ist, wird meist noch Fußball, Karten oder ähnliches gespielt. Uns persönlich ermöglicht die Hilfe für die Kinder, dass wir andere Kulturen kennenlernen, dass wir lernen, mit Kindern umzugehen und wir bekommen einen größeren Einblick in das Schicksal von Asylbewerbern. Ab und zu kommt man auch mit den Kindern über ihre Vergangenheit ins Gespräch, wobei teilweise schreckliche Schicksale erzählt werden. Man bekommt das Gefühl, anderen Menschen, die die Hilfe sehr benötigen, etwas Gutes zu tun. Bei manchen Kindern, um die man sich intensiver sorgt, merkt man auch zunehmend Fortschritte in ihrer schulischen Entwicklung." |
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