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Gegen Antisemitismus und Rassismus
Konstanze Ameer, 27 Jahre, Studentin in Berlin, streitet als Freiwillige der Amadeu-Antonio-Stiftung gegen Antisemitismus und Rassismus.

»Vielfalt und Differenz genießen«

„Als Studentin der Literaturwissenschaft und Philosophie war ich in den ersten Jahren des Studiums unsicher, was mich inhaltlich interessieren könnte. Als ich dann für das Hauptstudium nach Berlin kam, entdeckte ich in der Politikwissenschaft Themen, die mich nicht mehr loslassen sollten und die ich begann, auch in der Philosophie und der Literaturwissenschaft aufzuspüren: Vergangenheitspolitik, Holocaust und Antisemitismus. Meine Motivation, mich schließlich konkret zu engagieren, gründete darin, dass mich der theoretische Umgang mit diesen Themen alleine nicht mehr befriedigte und ich ausprobieren wollte, wie viel ich von dem, was ich in den Sphären der Universität als so bedeutungsschwer empfand, in der Praxis umsetzen könnte.

Hauptsächlich geht es bei meiner Arbeit um Aufklärung über die Gefahren und aktuellen Erscheinungsformen von Antisemitismus. In der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen erarbeite ich zum Beispiel mit Hilfe von historischen Quellen der jüngsten deutschen Geschichte die Genese des Antisemitismus und seine verschiedenen Ausprägungen. Das wichtigste an dieser Arbeit ist aber, diese historischen Zusammenhänge in die Lebenswelt der TeilnehmerInnen zu integrieren, ihre Erfahrungen und individuellen Fragen mit einzubeziehen, damit aus dieser Verknüpfung ein Wissen entsteht, das auch erlebbar ist und zu Handlung anleiten kann. Durch die Aktionswochen gegen Antisemitismus und Projekte in verschiedenen Kommunen Ostdeutschlands versuche ich, auch jenseits des Seminarraums den offensiven Umgang mit dieser Gefahr zu unterstützen.

Die Arbeit an diesem Thema gibt mir enorm viel. Die täglichen Schwierigkeiten, Demokratie zu leben, Vielfalt und Differenz nicht nur auszuhalten sondern auch und vor allem zu genießen, erscheinen mir eines der wertvollsten Dinge zu sein, für die ich mich engagieren möchte. Im Umgang mit jungen Menschen, mit ihren Vorbehalten und Ängsten aber auch mit ihren großen Visionen und ihrer Freude am Leben, erlebe ich diese Herausforderungen, vor die wir jeden Tag neu gestellt werden, als unheimlich inspirierend und ermutigend. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen.

Für mich geht es nicht nur darum, in einer eingegrenzten Zeit Wissen erlernbar und ins eigene Leben integrierbar zu machen, sondern zusätzlich darum, sich auch im Alltag, zu jeder Zeit für die oben genannten Werte einzusetzen. Das ist eine Herausforderung, die nicht einfach aufhört."