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| Hintergrund | |
Zivildienstleistende besuchen die Gedenkstätte Grafeneck – mehr als 10.600 behinderte und als psychisch krank eingestufte Menschen wurden hier vor 70 Jahren ermordet.Grafeneck war erst der AnfangVon Werner Schulz Eine idyllische Burg auf dem Berg, einsam und abgeschieden – ideale Bedingungen für ein verschwiegenes Jagd- und Lustschloss. Man kann sich gut ausmalen, was vor rund 200 Jahren die württembergischen Herzöge bewogen hatte, die Sommermonate mit Gästen und Mätressen ausgerechnet auf Schloss Grafeneck zu verbringen. Noch heute thront das Herrschaftshaus majestätisch über dem Tal und erlaubt herrliche Ausblicke hinunter auf Wälder und Weiden – umgekehrt jedoch lässt die Lage nur wenig Einblicke zu.
»Aktion T4«Schon 1924 schrieb Hitler in „Mein Kampf“: „Wenn da keine Kraft mehr ist, für die eigene Gesundheit zu kämpfen, endet das Recht zu leben.“ Ab 1939 setzten die Nationalsozialisten die unmenschliche Ideologie vom „unwerten Leben“ mithilfe von skrupellosen Medizinern in ein geheimes Vernichtungsprogramm um. Zuerst wurden per Erlass Ärzte und Hebammen aufgefordert, über die Geburt „idiotischer“ und behinderter Kinder den Gesundheitsämtern Meldung zu erstatten. Die Kinder wurden dann in verschiedene Anstalten gebracht, wo sie vergiftet oder durch Nahrungsentzug umgebracht wurden. Zehntausende Kinder verloren durch diese Aktion, der man den verharmlosenden Namen „Euthanasie“ („schöner Tod“) gab, ihr Leben. Im Oktober 1939 verfügte Hitler, dass auch „unheilbar Kranken“ der „Gnadentod“ gewährt werden solle. Dieser Befehl, auf dem offiziellen Schriftstück zurückdatiert auf den 1. September, den Tag des deutschen Angriffs auf Polen, markierte den Beginn der „Aktion T4“. |
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